Gewicht reduzieren mit Kartoffeln? – Warum das Wurzelgemüse trotz seiner Kaloriendichte dazu geeignet ist

Bratkartoffeln mit Rührei, Zwiebeln und ordentlich Butter sind zwar lecker, aber mit ein Grund warum immer noch viele Menschen glauben Kartoffeln machen dick. Es liegt nicht an den Kartoffeln selbst...
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Kartoffeln gelten allgemeinhin eher als Wurzelgemüse, welches vor allem dick macht. Das dies aber absolut nicht der Fall ist, müsste schon bei einem ersten Blick auf die Kalorien im Verhältnis zu ihren enthaltenen Makro- und Mikronährstoffen auffallen.

Eine gegarte Kartoffel hat ein exzellentes Sättigungspotential, besteht größtenteils aus Wasser und versorgt gleichzeitig den Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Durch das schnell eintretende Sättigungsgefühl, das Kartoffeln verursachen werden andere Speisen quantitativ weniger gegessen.


Es macht absolut Sinn den Kartoffelanteil in der Ernährung zu erhöhen, auch wenn man langfristig an Gewicht verlieren oder es zumindest halten möchte. Die Kartoffel allein macht definitiv nicht dick!

Abnehmen mit Kartoffeln?

Du kannst, wenn Du abnehmen möchtest, täglich problemlos drei bis vier mittegroße Kartoffeln essen. Selbst wenn diese Kartoffeln relativ groß sind, insgesamt 400 Gramm wiegen und nur gegart wurden, erreichst Du damit insgesamt nur ca. 280 Kalorien. 100 Gramm gegarte Kartoffeln haben nämlich nur zwischen 68-70kcal.

Auch der hohe Kohlenhydratanteil der ihnen zugeschrieben wird, wird häufig übertrieben dargestellt. In Wasser gegarte Knollen haben nur etwa 13,5-15 Prozent Kohlenhydrate. Durch den enorm hohen Wasseranteil von über 80 Prozent ist die Aufnahme von sehr großen Mengen an Kartoffeln durch das schnell einsetzende Sättigungsgefühl gar nicht erst möglich.

Fett ist in den Kartoffeln weniger als 0,15-0,2 Prozent enthalten, das pflanzliche Eiweiß macht hingegen rund zwei Prozentpunkte aus. Die jeweiligen Parameter schwanken teils deutlich, je nach Kartoffelsorte, Anbaugebiet, Saison und Lagerdauer der Wurzelknollen.

Dick machen Kartoffeln nur dann, wenn sie im Übermaß verzehrt werden und ihre Zubereitung in Kombination mit einer hohen Fettzugabe, Speck, dicker Soße oder Fleisch im Übermaß durchgeführt wird. An den Kartoffeln selbst liegt die so eintretende Gewichtszunahme jedoch dann ganz sicher nicht.

Die Mikronährstoffzusammensetzung von Kartoffeln:

Vitamine:

  • Vitamin A (sehr wenig, teils nur Spuren)
  • Alle B Vitamine außer B12 und Vitamin B7
  • Folsäure
  • Vitamin C, interessanterweise enthält die Kartoffel gar nicht so wenig davon, 100 Gramm können bis zu 10 Prozent des Tagesbedarfs decken
  • Vitamin E (ca. 50 Mikrogramm)
  • Vitamin K

Mineralstoffe:

  • Calcium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Phosphor
  • Schwefel
  • Natrium
  • Chlorid

Bis auf Kalium mit ca. 8-9 Prozent und Magnesium mit rund 5 Prozent bzw. Phosphor mit rund 6-8 Prozent zur Deckung des täglich empfohlenen Bedarfs pro 10 Gramm gegarter Knolle, ist die Kartoffel auf das Gesamtgewicht bezogen relativ mineralstoffarm. Dies schwankt aber deutlich von Sorte zu Sorte und ist stark Boden- und umweltabhängig.


Spurenelemente:

  • Eisen
  • Kupfer
  • Zink
  • Mangan
  • Selen
  • Jod bis zu 5µg je nach Bodenqualität in Sachen Nährstoffgehalt auf dem die Kartoffel angebaut wurde

Kategorie und Zubereitungsart sowie weitere Hinweise zu diesem Lebensmittel

  • Für folgende Ernährungsarten geeignet: Veganer, Vegetarier und Omnivore (Allesesser)
  • Verzehr- und Zubereitungsart: Kartoffeln lassen sich äußerst vielfältig zubereiten. Von einem rohen Verzehr sollte man jedoch absehen, da sie schwer verdaulich sind und ungekocht zu Magenschmerzen und Darmproblemen führen können. Gebraten, gekocht, als Suppenbeilage oder dem Klassiker in Form von Pommes, sind sie überall sehr beliebt und vielseitig in der Küche einsetzbar. Pommes an sich sind in Maßen verzehrt sind übrigens nicht ungesund, zumindest wenn man auf hochwertige Fette, die dann auch nur ein- bis zweimal benutzt werden sowie biologisch angebaute Feldfrüchte setzt.
  • Hinweis: Kartoffeln sollte man entweder gleich in Bioqualität oder von vertrauenswürdigen, konventionellen Bauern als Speisefrühkartoffeln kaufen. Der Grund ist relativ einfach. Während Biokartoffeln ohnehin bei der Ernte und insbesondere danach nicht chemisch behandelt werden dürfen, werden nahezu alle konventionell erzeugten Kartoffeln mit giftigen Substanzen besprüht, um später schlechter Keimen zu können und in den Supermärkten länger „frisch“ zu halten. Siehe auch den Beitrag „Kartoffeln behandelt?“ Die Kartoffeln die allerdings als „neue Ernte“, „Frühkartoffeln“ bezeichnet werden, sind in der Regel nicht behandelt worden und das auch dann, wenn sie von konventionellen Bauern stammen. Ein genauer Blick auf den Kartoffelsack gibt hierzu aber mehr Aufschluss. Steht darauf der Satz „Nach der Ernte behandelt“, dann kaufe ich diese Knollen ganz sicher nicht.

Fazit:

Kartoffeln haben immer noch einen schlechten Ruf als Dickmacher, das sind sie aber definitiv nicht! Man wird nicht dick von Kartoffeln, im Gegenteil, wer Abnehmen möchte kann ruhig häufig zur Wurzelknolle greifen.

Wenn man die Kartoffeln wiederum als Basis zum Zunehmen nutzen möchte, dann sollte man sie mit ordentlich zusätzlichen Kalorien in Form von Sahnesoßen, Fleisch, Speck, Butter und Kokosöl verfeinern.


Naturbelassene, in Salzwasser gegarte Kartoffeln, lassen einen Menschen jedoch nicht Zunehmen. Durch den hohen Wasseranteil und der gleichzeitig geringen Kaloriendichte kann man einfach nicht ansatzweise genug davon verzehren, um dadurch eine akzeptable Menge an Gewicht zu gewinnen.

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Über Marco Eitelmann 30 Artikel
Ich schreibe hier über Lebensmittel, die sowohl zum Abnehmen als auch zum Zunehmen geeignet sind. Wichtig ist es mir dabei, dass es sich um gesunde und vitalstoffreiche sowie natürliche Nahrung handelt. Statt nur zu beschreiben für welchen Zweck sich ein Lebensmittel eignet, ist mir die Angabe der wichtigsten Makro- sowie Mikronährstoffe und die Besonderheiten der einzelnen Nahrungsmittel ebenfalls wichtig. Es soll darum gehen, über natürliche Lebensmittel eine gesunde Gewichtsregulation zu ermöglichen und nicht um die Unterstützung des gesellschaftlichen Abnehm-Wahnsinns und dem Streben nach dem perfekten Gewicht!

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